Weltweit leiden offensichtlich deutlich mehr Patienten an Nierenerkrankungen als bisher angenommen. Jones et al (Am J Kidney Dis 32: 992-999, 1998) fanden in der US-Population bei 10,9 Mill. Einwohnern ein Serum-Kreatinin
Das akute Nierenversagen bei kritisch kranken Patienten ist mit signifikanter Morbidität und erhöhter Sterblichkeit verbunden. Nach der Einführung der kontinuierlichen Nierenersatztherapieverfahren vor mehr als dreißig Jahren und deren technischer Weiterentwicklung verbunden mit modernen Dialysekathetern ergab sich endlich die Möglichkeit von hohen kontinuierlich verabreichten Therapieintensitäten.
Weltweit werden jährlich an Millionen von Patienten Kontrastmittel verabreicht. Die Kontrastmittelnephropathie ist eine der häufigsten Komplikationen bei der Verwendung von jodhaltigen Kontrastmitteln.
Das Konzept der „Präkonditionierung” ist faszinierend und wird uns wohl die nächsten Jahre intensiv beschäftigen. Präkonditionierung bedeutet, dass ein vorhergehender Insult ein Gewebe/Organ vor der Schädigung durch einen gleichartigen nachfolgenden Insult schützt, was heute als grundlegender biologischer Schutzmechanismus angesehen wird.
Eine Einschränkung der Nierenfunktion ist ein häufiges Ereignis bei Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose. Verursacht wird dies durch Infektionen, Blutungen, sowie durch die virale Grunderkrankung und Toxine, aber auch durch die fortgeschrittene Lebererkrankung per se.
Die akute Nierenschädigung (acute kidney injury [AKI], früher: akutes Nierenversagen [ANV]) tritt häufig als Auslöser oder Folge von Akuterkrankungen wie Sepsis oder nach größeren chirurgischen Eingriffen, z. B. herzchirurgischen Operationen auf und ist oftmals mit einem prognostisch ungünstigen Verlauf verbunden.
Für Patienten mit akutem Nierenversagen (ANV) und der gleichzeitigen Notwendigkeit eines Nierenersatzverfahrens konnten zwei große randomisierte, multizentrische Studien der letzten Jahren zeigen, dass hohe Ultrafiltrationsraten, und damit eine hohe „Dosis“ an Nierenersatz nicht zu einem besseren „Outcome“ führen (Palevsky PM; N Engl J Med 2008; 359:7; Bellomo R; N Engl J Med 2009; 361:1627).
Extrakorporale CO2-Eliminationssysteme sind heutzutage in vielen Kliniken als Standardverfahren zur Therapie kritisch Kranker mit Lungenversagen etabliert.
Die Niere hat es nicht leicht bei Intensivpatienten. Unzählige Faktoren können auf der Intensivstation eine renale Funktionsbeeinträchtigung begünstigen, wie hämodynamische Probleme, Volumenverschiebungen, Infektionen, Beatmung, Gerinnungsaktivierungen und auch Medikamente.
Ein akutes Nierenversagen (acute kidney injury, AKI) nach herzchirurgischen Eingriffen stellt mit einer Inzidenz von bis zu 30% ein häufiges Problem dar. Selbst ein geringer, für die Diagnose eines AKI noch nicht ausreichender Anstieg des Serum-Kreatinins ist in der Akutphase nach Herzchirurgie bereits mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität der Patienten assoziiert.
Etwa 90% aller stationär behandelten Patienten mit akuter Nierenschädigung (acute kidney injury, AKI) entwickeln diese in einer nicht-nephrologischen Fachabteilung.
Die Intensivmedizin erlebte über die letzten 10 Jahre eine Bewusstseinsschärfung für das polymorphe Syndrom der akuten Nierenschädigung. Einerseits ist dies auf die harmonisierten Diagnose- bzw. Staging-Kriterien (egal ob RIFLE, AKIN oder die rezentesten KDIGO-Kriterien) zurückzuführen, die dieses Syndrom für den Kliniker greifbarer und leichter definierbar machen.
War man früher der Meinung, dass, wenn ein Patient ein akutes Nierenversagen überlebt, die Niere sich meistens weitgehend vollständig erholt, so ist in den letzten Jahren klar geworden, dass ein relevanter Anteil von Patienten nach einem ANV ein chronisches bzw. sogar ein terminales dialysepflichtiges Nierenversagen ausbildet.
In der Intensivmedizin haben sich in der Behandlung von Patienten mit Nierenversagen in den letzten 20 Jahren die kontinuierlichen Nierenersatzverfahren (continuous renal replacement therapies - CRRT) weitgehend durchgesetzt.
Kontinuierliche Nierenersatzverfahren (CRRT) in der Intensivmedizin (Interdisziplinäre österreichische Konsensus-Konferenz)
Genaue Empfehlungen für die Dosierung von Antibiotika bei Nierenersatzverfahren sind selten, bei Durchsicht der Literatur oft widersprüchlich und für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Denn die Schwierigkeiten sind mannigfaltig begründet.
Jahrelang bin ich gegen die Vorstellung ins Feld gezogen, dass mit kontinuierlichen Nierenersatzverfahren (CRRT) Substanzen, die für die Pathophysiologie der Sepsis, des Multiorgandysfunktionssyndromes (MODS) oder des ARDS wichtige Substanzen, also "Mediatoren", Zytokine in klinisch relevanter Menge entfernt werden und hatte mich damit auch vehement gegen die "high-volume HF" ausgesprochen, habe diese als Wunschdenken, als mystische Therapie, als "dream-based-medicine" abgetan.
Zitrat hat sich als Antikoagulation der Wahl für die kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) bei Intensivpatienten weitgehend durchgesetzt und wird auch als „first-line“-Methode in den neuen KDIGO-Richtliniern empfohlen (siehe Kidney Int 2012, Suppl 2:1).
Für das „physiologische“ bzw. eher das „un“-physiologische 0.9% NaCl als Standard-Infusionslösung wird es eng. In einem der letzten Hefte der Intensiv-News wurde eine große Observationsstudie an über 30.000 abdominal-chirurgischen Patienten vorgestellt (Shaw AD; Ann Surg 2012; 255:821).
Die Dosierung von Antibiotika bei Nierenersatzverfahren wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, weshalb selbst Studien mit einer bestimmten Substanz nur schwer miteinander vergleichbar sind (Tab. 1).
Die Niere reagiert sensibler und rascher auf eine Reduktion des Blutflusses als alle anderen Viszeralorgane (Bellomo R; Am J Respir Crit Care Med 1999; 159:1557). Stellt die Niere ihre Funktionen ein und kommt es zum akuten Nierenversagen, ist die Sterblichkeit hoch.
In dieser französischen Studie wurde gezeigt, dass eine Volumentherapie mit HÄS (6%, 200-0.6-0.66) bei Patienten mit Sepsis bzw. septischem Schock und leicht erhöhtem Ausgangskreatinin gegenüber der Gabe von Gelatin zu einer Zunahme der Häufigkeit renaler Funktionsstörungen, eines ANV (definiert als Verdopplung des Serum-Kreatinin oder Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie), dem Ansteigen des Serum Kreatinin oder einer Oligurie führt.
Die regionale Zitratantikoagulation wurde 1983 erstmals als alternatives Verfahren für die intermittierende Hämodialyse bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko beschrieben (Pinnick RV, N Engl J Med.1983; 308:258).
In den letzten Jahren ist immer klarer geworden, dass das akute Nierenversagen (ANV) einen massiven und unabhängigen Einfluss auf Krankheitsverlauf, Entstehung von Komplikationen und die Prognose der Patienten ausübt.
Vor fast 40 Jahren wurde der diuretische Effekt von niedrigdosiertem Dopamin bei Patienten mit Herzinsuffizienz erstmals beschrieben. Seitdem hält sich hartnäckig der Gedanke oder vielmehr der Wunsch nach einer protektiven Wirkung von "Dopamin in Nierendosis" trotz fehlender klinischer Evidenz und auch widersprüchlicher tierexperimenteller Daten.
Das akute Nierenversagen auf der Intensivstation ist mit einer erhöhten Morbidität und Sterblichkeit verbunden. Dies wird aus mehreren neueren Studien ersichtlich, in welchen bei Intensivpatienten, die eine Nierenersatztherapie benötigen, eine exzessive Sterblichkeit nachzuweisen war (Metnitz P, Critical Care Medicine 2002, 30:2051).
In der Januar-Ausgabe des New England Journal of Medicine sind die Ergebnisse der vielerwarteten VISEP-Studie publiziert worden (siehe Abstract). Die Ergebnisse dieser Studie sind bereits seit mehr als zwei Jahren auf verschiedenen Kongressen präsentiert worden.
Die einzigen gesicherten Maßnahmen zur Prävention des akuten Nierenversagens (ANV) sind Allgemeinmaßnahmen, wie die Kreislauftherapie und insbesondere die adäquate Hydrierung der Patienten.
Ein kontrastmittelinduziertes Nierenversagen stellt eine häufige Komplikation dar, verlängert die Spitalsaufenthaltsdauer und führt insbesondere bei Hochrisikogruppen wie Patienten mit Diabetes mellitus oder vorbestehender Nierenfunktionseinschränkung zu einer signifikanten Morbidität und Mortalität.
Renale Tubulusepithelzellen sterben beim akuten Nierenversagen (ANV) durch Nekrose oder Apoptose. Die glomerulären Zellen nehmen, abhängig von der Schwere des Insultes, meist geringeren Schaden verglichen mit den Tubulusepithelzellen.

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