NEPHRO-News
In den ersten Jahren der Hämodialyse-Therapie waren PatientInnen
phänotypisch häufig geprägt durch Malnutrition und Untergewicht, bedingt
durch Urämie, Eiweißverluste im Urin oder als Folge von proteinarmer
Ernährung, die durchgeführt wurde, um den Beginn der Dialysetherapie so
weit wie möglich hinauszuzögern. In alten Lehrbüchern wird dies noch als
„Syndrom of the Shrinking Man“ bezeichnet. Seit einigen Jahren zeigt
sich jedoch, dass der Body Mass Index (BMI) bei DialysepatientInnen
angestiegen ist und Adipositas auch zu Beginn einer Dialysetherapie
vorliegen kann (Posturino M; Nephrol Dial Transplant 2016; 31:1699).
Adipositas
wird in vielen Ländern zunehmend häufiger diagnostiziert und wird
anhand des BMI klassifiziert in Grad I (30-35 kg/m2), Grad II (35-40
kg/m2) und Grad III (≥40 kg/m2). Der Anteil von Männern mit Adipositas
und Übergewicht stieg in Deutschland von 57,9% im Jahr 2005 auf 62,4% im
Jahr 2021. Adipositas gilt in der Allgemeinbevölkerung als Auslöser und
Risikofaktor für zahlreiche Begleiterkrankungen, unter anderem auch bei
der Entstehung einer CKD (Ejerblad E; J Am Soc Nephrol 2006; 17:1695).
Adipositas ist mit einer erhöhten Gesamtsterblichkeit assoziiert (Abb.
1). Ende der 1990er Jahre wurde erstmalig auch der Einfluss von
Adipositas auf die Mortalität und Hospitalisierungsrate bei
HämodialysepatientInnen untersucht (Fleischmann E; Kidney International
1999; 55:1560).
Melden Sie sich an um weiter zu lesen ...
Tags: nephro-news nephrologie hämodialyse adipositas dialysepatienten necosad-studie glp-1

Wir wollen Fachärzte und Pfleger topaktuell und wissenschaftlich fundiert über Studien, fachspezifische Entwicklungen und deren praktische Umsetzung informieren, um sie in ihrer Arbeit und Fortbildung zu unterstützen.
Wählen Sie dazu bitte Ihr Land aus.