Themen der aktuellen Ausgaben

 

Anklage Mord: Was Intensivärzte fürchten (müssen):

Ein Bericht über einen besonderen Strafprozess


Deutsches Ärzteblatt, 31.7. 2025: Arzt von Mordvorwurf freigesprochen  

Süddeutsche Zeitung, 1.8. 2025: „Pyrrhussieg für die Intensivmedizin“


Entscheidungen zur „end-of-life“-care im Sinne von Therapiezieländerungen sind in den letzten Jahren fester Bestandteil intensivmedizinischer Praxis geworden, da entweder die Indikation für eine Maßnahme fehlt (nach fachlich begründeter Einschätzung mit bestimmter Wahrscheinlichkeit kein bestimmtes Therapieziel erreichbar, Neitz­ke G; Med Klin Intensivmed Notfallmed 2014; 109:8), oder der Patientenwille nicht (mehr) gegeben ist. 

Laut einer Subanalyse der weltweiten Ethicus-2-Studie, bei der etwa 8.000 Patienten auf 11 deutschen Intensivstationen eingeschlossen waren, wurden in etwa 12% Therapiezieländerungen vorgenommen. In der Mehrzahl (57,5%) fanden Therapiebeendigungen („withdraw“) im Vergleich zu Behandlungseinschränkungen („withhold“) statt (Denke C; Med Klin Intensivmed Notfallmed 2023; 118:663). 

Durchführung, Kommunikation mit Angehörigen und Dokumentation von Therapiezieländerungen müssen strenge Qualitätskriterien erfüllen, um ethische oder juristische Nachfragen oder Zweifel abzuwehren. So hat die Sektion Ethik der Deutschen Interdiszi­plinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) mehrere Handlungsanweisungen zur Durchführung von Therapielimitationen gegeben (divi.de/sektionen/ethik). Auch für die Dokumentation gibt es klare Empfehlungen (Neitzke G; MedRecht 2018; 36:85) mit dem Ziel, durch ein strukturiertes Vorgehen in unterschiedlichen Situa­tionen Klarheit zu schaffen und den juristischen Anforderungen an sorgfältige Niederlegung und Ordnung von Behandlungsinformationen gerecht zu werden.

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Tags: intensiv-news intensivmedizin strafprozess intensivmedizinischer behandlungsabbruch „regensburger urteil“ therapiezieländerung 

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