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Keine Reduktion von Mortalität und kardiovaskulären Komplikationen durch Cinacalcet bei sekundärem HPT


Effect of cinacalcet on cardiovascular disease in patients undergoing dialysis.

The EVOLVE Trial Investigators                                                                                                          N Engl J Med 2012 [Epub ahead of print]


In mehreren Beobachtungsstudien waren vor allem sehr stark erhöhte PTH-Werte positiv mit der Morbidität und Mortalität von Dialysepatienten assoziiert (Slinin Y, J Am Soc Nephrol 16:1788-1793, 2005; Kidney Disease Improving Global Outcome (KDIGO), Kidney Int 76[Suppl]:S1-S130, 2009; Floege J, Nephrol Dial Transplant 26:1948-1955, 2011). Zusammen mit Sicherheitsdaten aus Phase-3-Studien (Cunningham J, Kidney Int 68:1793-1800, 2005) und den von Raggi et al. publizierten Daten (Raggi P, Nephrol Dial Transplant 26:1327-1339, 2011) ließ sich daher vermuten, dass Cinacalcet neben Laborwerten auch harte Endpunkte, wie z. B. kardiovaskuläre Ereignisse und/oder Knochenfrakturen günstig beeinflussen könnte. Folglich erhielten in der „Evaluation of Cinacalcet Therapy to Lower Cardiovascular Events“ (EVOLVE) Studie 3883 Dialysepatienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus (PTH >300 pg/ml) zusätzlich zu Vitamin D und gastrointestinalen Phosphatbindern entweder Cinacalcet oder Pla­zebo (The EVOLVE Trial Investigators, N Engl J Med 2012 [Epub ahead of print]).

Während der Studie wurde bald klar, dass (wie so oft) die Häufigkeit des Auftretens des primären Endpunktes hinter jener, die der Studienplanung zugrunde lag, weit zurückblieb (erwartet 23,2% pro Jahr in der Plazebogruppe, tatsächlich ca. 40% nach 3 Jahren!). Um die Heterogenität der Population durch den Einschluss von Patienten aus neuen Studienländern nicht weiter zu vergrößern (und wohl auch, um Kosten zu sparen), entschloss man sich, die Laufzeit der Studie zu verlängern. Man musste damit in Kauf nehmen, dass, wie auch in anderen Studien (Fellström BC, N Engl J Med 320:1395-1407, 2009), die Zahl der Ereignisse in der Population im Laufe der verlängerten Beobachtungszeit immer weiter abnahm. Darüber hinaus ist es eher unwahrscheinlich, dass in einem derart vulnerablen Kollektiv der Effekt einer singulären Intervention auch nach vielen Jahren weiter in konstantem Ausmaß beobachtet werden kann. Vielmehr sind dann meist andere Faktoren für das Auftreten des primären Endpunktes verantwortlich und tatsächlich näherten sich die Kaplan-Meier-Kurven nach einer anfänglichen Separation zwischen der aktiven Therapie- und der Plazebogruppe nach einigen Jahren zunehmend an.

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Tags: nephro-news nephrologie hyperparathyreoidismus kardiologie cinacalcet 

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