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Prävention Venenkatheter-assoziierter Infektionen

Übersicht über aktuelle Studien seit 2002


Prevention of catheter-related bloodstream infections: analysis of studies published between 2002 and 2005.

Gastmeier P, Geffers C J                                                                                                                                                 Hosp Infect 2006; 64:326-35

Institute of Medical Microbiology and Hospital Epidemiology, Hannover Medical School, Hannover, Germany.

As the most recent guidelines for the prevention of catheter-related bloodstream infections (CR-BSIs) were published four years ago, a systematic review was conducted to determine whether any recently published articles should further influence existing guidelines. Articles published between 2002 and 2005 dealing with infection control measures for prevention of CR-BSI were evaluated in order to identify evidence for the possible modification of routine practice. Special emphasis was placed on randomized controlled trials (RCTs), meta-analyses or systematic reviews, and studies applying multi-module interventions. Thirty-three RCTs and 10 meta-analyses or systematic reviews were retrieved. In addition, 10 cohort studies were identified where multi-module programmes were introduced for reducing CR-BSI rates. It was found that RCTs and meta-analyses only have a minor influence on the existing guidelines for the prevention of CR-BSIs and confirm the earlier recommendations on several points. Studies investigating multi-module programmes, however, found a substantial reduction in CR-BSIs ranging from 29% to 95%. The data show that many CR-BSIs are preventable and that there is room for improvement in many institutions. Simple interventions are often useful for reducing CR-BSI rates and the opportunities to decrease CR-BSI rates appear to be greatest when multi-module programmes are applied. An average reduction of more than 50% seems to be possible.


Zentrale Venenkatheter sind ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen intensivmedizinischen Versorgung. Während mechanische Komplikationen bei der Insertion der Katheter heute sehr selten geworden sind, gehören infektiöse Komplikationen während der Katheterliegezeit immer noch zu den häufig auftretenden, unerwünschten Ereignissen. Anerkannte, in Leitlinien niedergelegte Präventionsmaßnahmen gegen eine Katheter-assoziierte Infektion umfassen die Anlage der Katheter unter maximalen hygienischen Barrieremaßnahmen, die sichere Fixierung des Katheters an der Haut, die regelmäßige Inspektion bzw. Palpation der Punktionswunde im Hinblick auf Infektzeichen und die Einhaltung der Wechselintervalle für Infusionszubehör. Darüber hinaus wurden in zahlreichen klinischen Studien weitere Einzelmaßnahmen oder multimodale Hygieneprogramme untersucht. Eine aktuelle Übersicht hierzu geben Frau Prof. Petra Gastmeier und Mitarbeiter aus der Medizinischen Hochschule Hannover in dieser neuen Veröffentlichung im renommierten "Journal of Hospital Infection"(siehe Abstract).

Die Autorengruppe analysierte insgesamt 33 mittels Medline-Recherche identifizierte klinische Studien aus dem Zeitraum 2002-2005. Mit 16 Publikationen übte das Thema der antimikrobiellen Venenkatheter nach wie vor die größte Anziehungskraft auf klinische Forschergruppen aus. Allein 7 randomisierte klinische Studien wurden mit dem bekanntesten antimikrobiell beschichteten Kathetertyp, dem Silbersulfadiazin / Chlorhexidin-(CHSS-)Katheter durchgeführt. In keiner der 7 Studien konnte allerdings eine signifikante Reduktion Venenkatheter-assoziierter Infektionen nachgewiesen werden. Auch 3 Studien mit dem CHSS-Katheter der "zweiten Generation", bei dem sowohl die Innen- als auch die Außenseite mit den antiseptischen Wirkstoffen beschichtet sind, zeigten keinen infektionspräventiven Effekt. Wurden die Daten der 3 Studien allerdings gepoolt, so zeigte sich eine signifikante Reduktion des Risikos für eine Katheter-assoziierte Septikämie um ca. 60%. Vier Studien wurden mit einem silberbeschichteten Katheter durchgeführt.

Es handelte sich um den Oligon-Vantex-Katheter, der neben Silber auch noch die antimikrobiellen Wirkstoffe Platin und Kohlenstoff enthält. Auch diese Studien erbrachten keinen signifikanten Hinweis auf protektive Effekte, auch dann nicht, wenn die 4 Studien gepoolt wurden.

Der Minocyclin/Rifampicin-beschichtete Katheter, als "Spectrum"-Katheter der Fa. Cook im Handel, zeigte dagegen in 2 von 3 Studien einen signifikanten infektionspräventiven Effekt. Auch eine Studie mit einem Katheter, in dem neben dem Antibiotikum Rifampicin das Antimykotikum Miconazol enthalten ist, erbrachte eine signifikante Reduktion Katheter-assoziierter Septikämien (Tabelle 1).

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Tags: intensiv-news infektiologie infektionen zvk 

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