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Flüssigkeitstherapie bei akuter Pankreatitis:

Wieviel ist zu viel?


The impact of early goal-directed fluid management on survival in an experimental model of severe acute pancreatitis.

Trepte CJ, Bachmann KA, Stork JH, et al.                                                                                                     Intensive Care Med 2013; 39:717-266

Dep. of Anesthesiology, Center of Anesthesiology and Intensive Care Medicine, University Medical Center Hamburg-Eppendorf.

National survey of fluid therapy in acute pancreatitis: Current practice lacks a sound evidence base.

Haydock MD, Mittal A, van den Heever M, et al.                                                                                                    World J Surg 2013; 37:2428-35

Department of Surgery, School of Medicine, Faculty of Medical and Health Sciences, University of Auckland, Private Bag 92019, Auckland, New Zealand.


Die Flüssigkeitstherapie bei akuter Pankreatitis stellt initial die wichtigste therapeutische Maßnahme dar. Zahlreiche klinische und experimentelle Studien belegen, dass eine hochvolumige Flüssigkeitstherapie innerhalb der ersten 24 Stunden die Morbidität und Mortalität bei schwerer akuter Pankreatitis reduzieren (Wall I, Pancreas 2011; 40:547).

Pathophysiologisch dürfte die Flüssigkeitstherapie zu einer verbesserten Mikro- und Makrozirkulation führen (Gardner TB, Clin Gastroenterol Hepatol 2008; 6:1070). Diese verbesserte Zirkulation des Pankreasgewebes dürfte das Fortschreiten der Pankreasnekrosen verhindern und somit die Mortalität dieses Krankheitsbildes positiv beeinflussen.

Trotz dieser Evidenz gibt es zahlreiche Unsicherheiten, wieviel und vor allem wie schnell diese initiale Flüssigkeitstherapie durchgeführt werden soll. Eine rezente Analyse zeigte, dass die tägliche Praxis zwischen unterschiedlichen Experten diesbezüglich stark schwankend ist (Haydock MD, World J Surg 2013; 37:2428). Darüber hinaus gibt es immer mehr Hinweise, dass auch ein Zuviel an Flüssigkeitstherapie negative Auswirkungen haben kann und dass offensichtlich eine maßgeschneiderte, individuelle, eng monitierte Flüssigkeitszufuhr erfolgen sollte (Sanders J, Am J Gastroenterol 2012; 107:632).

Die rezentesten Guidelines des „American College of Gastroenterology“ empfehlen eine aggressive frühzeitige Flüssigkeitstherapie mit isotoner kristalloider Flüssigkeit für die ersten 12-24 Stunden mit 250-500 ml pro Stunde (Tenner S, Am J Gastroenterol 2013; 108:1400). Darüber hinaus soll eine engmaschige Reevaluierung des Flüssigkeitsbedarfs in regelmäßigen Intervallen für die initialen 48 Stunden durchgeführt werden. Eine aggressive Flüssigkeitstherapie über die initialen 24 Stunden hinaus scheint jedoch auf die Prognose bei akuter Pankreatitis keinen relevanten Benefit zu haben.

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Tags: intensiv-news gastroenterologie pankreatitis akute pankreatitits volumen 

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