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Impfungen bei nephrologischen Risikogruppen


Die chronische Nierenkrankheit beeinflusst in verschiedener Hinsicht das Immunsystem. Die Retention von sogenannten urämischen Toxinen, deren erhöhte Plasmakonzentrationen als charakteristisch für die Niereninsuffizienz angesehen werden, beeinflusst die Zellen der Immunabwehr. Zytokine und andere Mediatoren der Zell-Zell-Kommunikation werden teilweise renal aus dem Blut eliminiert und können bei Niereninsuffizienz kumulieren. Die gestörte Wasserbilanzierung kann die intestinale Permeabilität für bakterielle Stoffwechselprodukte erhöhen und Inflammation begünstigen (Babel N; Nat Rev Nephrol 2022; 18:708). 

Und viele renale Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Autoimmunkrankheiten beeinflussen die Immunabwehr zusätzlich. Darüber hinaus wird ein nicht unerheblicher Anteil der Patienten aufgrund der Grundkrankheit oder auch nach Nierentransplantation mit immunsuppressiven Medikamenten behandelt. Gründe für eine gestörte Abwehrlage und ein überhöhtes Risiko für Infektionen gibt es somit reichlich. 

Impfungen zählen zu den wirksamsten Präventivmaßnahmen in der modernen Medizin. Ihre Wirksamkeit kann jedoch durch sekundäre Immundefizienz beeinträchtigt werden, weshalb die Indikationsstellung und Dosierungsschemata an das individuelle Risiko angepasst werden sollten.

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