GASTRO&HEPA-News
Etwas „schlägt einem auf den Magen“ oder
„Schmetterlinge im Bauch“ haben – die Alltagssprache kennt die
Verbindung von Psyche und Gastrointestinaltrakt. In der Medizin führte
dies lange zum fatalen Fehlschluss des rein psychosomatisch eingestuften
„Reizdarms“.
Durch das zunehmende
Verständnis der pathophysiologischen Vorgänge vollzieht sich jedoch ein
Paradigmenwechsel – weg von der reinen Verlegenheitsdiagnose hin zum
biopsychosozialen Modell der bidirektionalen Darm-Hirn-Achse. Als
häufige funktionelle Darmerkrankung mit einer weltweiten Prävalenz von
etwa 11% und einem in bis zu 50% der Fälle chronischen Verlauf hat das
Reizdarmsyndrom (RDS) eine hohe klinische Relevanz. Gastrointestinale
Beschwerden sind vielfältig (unter anderem Schmerzen, Blähungen,
Diarrhoe, Obstipation), hinzu kommt die Assoziation mit psychischen
Komorbiditäten wie Angststörungen oder Depression – der Leidensdruck
der Patienten ist mit anderen chronischen Erkrankungen vergleichbar.
In
Studien konnten multiple pathophysiologische Veränderungen auf
molekularer/zellulärer Ebene detektiert werden. Relevante Mechanismen
umfassen unter anderem ein verändertes Darm-Mikrobiom sowie Alterationen
der intestinalen Barrierefunktion durch Abbau von
Tight-Junction-Proteinen (z. B. Occludin). Dies führt zu einer
konsekutiv erhöhten mukosalen Permeabilität und Allergenpassage. Es
folgen die Aktivierung immunologischer Signalwege des enterischen
Nervensystems und die sog. viszerale Hypersensitivität.
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Tags: gastro&hepa-news reizdarmsyndrom fodmaps mangelernährung

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