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Gleiche Transfusionstrigger für unterschiedliche Patienten?


Six-month outcomes after restrictive or liberal transfusion for cardiac surgery.      

Mazer CD, Whitlock RP, Fergusson DA, Belley-Cote E, Connolly K, Khanykin B, Gregory AJ, et al.         N Engl J Med 2018; 379:1224-1233


Die Transfusion von Fremdblut ist nach wie vor eine der wichtigsten Komponenten in der Behandlung einer akuten Anämie, wie sie zum Beispiel im Rahmen von Traumata, akuten gastrointestinalen Blutungen oder blutverlustreichen Operationen auftreten kann.

Neben dem akuten Blutverlust rückt zunehmend aber auch die im Krankenhaus erworbene Anämie in den Fokus von Transfusionskonzepten. Risikopatienten werden nach großen Operationen auf eine Intensivstation übernommen, wo Blutverluste mit konsekutiver Anämie beispielsweise durch Labor-Blutentnahmen, Dialysen oder Nachblutungen auftreten können. Eine Zunahme der Anämie kann aber auch durch Hämolyse oder intensiv-assoziierte Myelosuppression auftreten.

Sinkt der Hämoglobinwert in einen „kritischen Bereich“, stellt der behandelnde Arzt in der Regel die Indikation zur Transfusion von Erythrozytenkonzen­traten. Entscheidend für das Ergebnis ist hierbei aber auch der richtige Zeitpunkt und das individuelle Abwägen von Risiken und Nutzen (Abbildung 1). Einerseits darf die Bluttransfusion nicht zu früh erfolgen, um den Patienten nicht unnötig dem Risiko einer Fremdbluttransfusion, z. B. Infek­tion, Immunreaktion, Anaphylaxie, Hämolyse oder TRALI, auszusetzen. Andererseits darf der richtige Moment nicht verpasst werden, um ein zu niedriges Sauerstoffangebot und damit potentiell Anämie-assoziierte Ereignisse, wie zum Beispiel ischämischen Herzinfarkt, ischämischen Schlaganfall oder das akute Nierenversagen zu verhindern.

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Tags: intensiv-news transfusionstrigger intensivmedizin transfusion 

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