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Applikation von ß-Lactam-Antibiotika bei kritisch Kranken:

Bolus oder prolongiert/kontinuierlich?


Prolonged versus short-term intravenous infusion of antipseudomonal ß-lactams for patients with sepsis: A systematic review and meta-analysis of randomised trials.        

Vardakas KZ, Voulgaris GL, Maliaros A, Samonis G, Falagas ME.                                                             Lancet Infect Dis 2018;18:108-120


Continuous infusion versus intermittent bolus of beta-lactams in critically ill patients with respiratory infections: A systematic review and meta-analysis.        

Lee YR, Miller PD, Alzghari SK, Blanco DD, Hager JD, Kuntz KS.                                     Eur J Drug Metab Pharmacokinet 2018; 43:155-170


Clinical outcomes of prolonged infusion (extended infusion or continuous infusion) versus intermittent bolus of meropenem in severe infection: A meta-analysis.        

Yu Z, Pang X, Wu X, Shan C, Jiang S.                                                                                                                           PLoS One 2018;13:e0201667


Was bedeutet adäquate Antibiotikatherapie für uns Intensivmediziner? In der aktuellen klinischen Versorgungsrealität wird darunter zunächst der korrekte Einsatz einer antiinfektiven ­Substanz vor dem Hintergrund klinisch-infektiologischer und mikrobiologischer Evidenz verstanden. Andere Aspekte, wie z. B. substanzspezifische Pharmakokinetik (PK), Pharmakodynamik (PD) und die daraus resultierende Abtötungskinetik finden bei der Therapiesteuerung im Alltag noch eine unzureichende Berücksichtigung (Roberts JA; Lancet Infect Dis 2014; 14:498).

Um in der kalkulierten Antibiotikatherapie bei unbekanntem Erreger ein möglichst weites Spektrum potentieller Keime sicher zu erfassen, werden Breitspektrum-Antibiotika in möglichst hohen Konzentrationen am Wirkort benötigt.

Besonders bei b-Lactam-Antibiotika, die eine zeitabhängige Abtötungskinetik aufweisen, kommt es im Rahmen der Sepsis zu erheblichen Veränderungen der Pharmakokinetik (Roberts JA; Lancet Infect Dis 2014; 14:498, Brinkmann A; Med Klin Intensivmed Notfmed 2018; 113:82).

Um einen optimalen bakteriziden Effekt zu entfalten, werden PK/PD-Zielwerte von mindestens 40-70% fT > MHK (minimale Hemmstoffkonzen­tration) gefordert (Craig WA; Clin Infect Dis 1998; 26:1). Die PK/PD-Zielwerte werden kritisch in der Literatur diskutiert und auch Zielwerte von 100% fT > 4xMHK gefordert. Ein Anstieg des Verteilungsvolumens durch kapilläres Leck, hohe Flüssigkeitszufuhr und Veränderungen der Plasmaproteinbindung sowie eine gesteigerte Arzneistoffclearance sind in der frühen, hyperdynamen Phase der Sepsis häufig anzutreffen. Die Folge sind niedrige Wirkstoffkonzentrationen im primären Kompartiment und somit auch am eigentlichen Wirkort.

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Tags: intensiv-news infektiologie ß-lactam-antibiotika antininfektiva 

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