NEPHRO-News
Interplay between periodontitis and chronic kidney disease.
Chapple ILC, Hirschfeld J, Cockwell P, Dietrich T, Sharma P.
Nat Rev Nephrol 2025; 21:226-240
Die chronische Nierenerkrankung („chronic kidney disease“, CKD) zählt zu
den großen globalen Gesundheitsproblemen unserer Zeit. Mit einer
weltweiten Prävalenz von etwa 9% und mehr als 1,2 Millionen Todesfällen
pro Jahr ist sie bereits heute eine der häufigsten Todesursachen.
Prognosen gehen davon aus, dass CKD bis zum Jahr 2040 unter die fünf
führenden globalen Todesursachen aufsteigen wird (Global Burden of
Disease [GBD] Study 2019). Trotz moderner nephrologischer
Therapiestrategien bleibt die Prognose vieler Patientinnen und Patienten
mit CKD eingeschränkt, nicht zuletzt aufgrund der ausgeprägten
inflammatorischen und kardiovaskulären Komorbiditätslast. Diese
beeinflusst nicht nur den Krankheitsverlauf selbst, sondern kann auch
die Anwendung und Wirksamkeit innovativer Therapiekonzepte begrenzen.
Die
hohe Prävalenz der chronischen Niereninsuffizienz geht einher mit einer
ebenfalls hohen Prävalenz der Parodontitis. Mehr als 40-50% der
erwachsenen Bevölkerung sind betroffen, schwere Formen finden sich bei
etwa 10-15% (Deutsche Mundgesundheitsstudie VI). Trotz dieser Häufigkeit
wird Parodontitis häufig als ein nur lokales Zahnproblem betrachtet,
was mit weitreichenden Konsequenzen für Prävention, Früherkennung und
interdisziplinäre Versorgung einhergeht.
Gerade bei Patientinnen und
Patienten mit CKD ist diese Sichtweise problematisch. Denn Parodontitis
kommt in dieser Population nicht nur besonders häufig vor, sondern
verläuft auch schwerer und ist mit systemischer Inflammation,
endothelialer Dysfunktion und möglicherweise mit der Progression der
Nierenerkrankung assoziiert (Chapple ILC; Nat Rev Nephrol 2025; 21:226).
Dennoch spielt die Mundgesundheit im nephrologischen Alltag bisher eine
eher untergeordnete Rolle.
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Tags: nephro-news

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