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Mehr ist nicht immer besser:

Der optimale Blutdruck im septischen Schock


Efficacy of targeting high mean arterial pressure for older patients with septic shock (OPTPRESS): A multicentre, pragmatic, open-label, randomised controlled trial.

Endo A, Yamakawa K, Tagami T, Umemura Y, Wada T, Yamamoto R, Nagasawa H, et al. 

Intensive Care Med 2025; 51:883-892

 

Heterogeneity in the response to a high vs low mean arterial pressure target in patients with septic shock a post hoc analysis of a randomized controlled trial.

Pirracchio R, Fong N, Legrand M. 

Intensive Care Med 2025; 51:1775-1783

 

Welches Blutdruckziel sollte therapeutisch bei kritisch kranken Patienten im septischen Schock angestrebt werden? Diese Frage ist in erster Linie deshalb so relevant, weil der arterielle Blutdruck ein relativ einfach und kontinuierlich zu monitierender Parameter ist. Darüber hinaus wird er gemeinhin als Surrogatparameter für einen suffizienten Kreislauf und damit auch ein adäquates Sauerstoffangebot an den Organismus betrachtet, wobei zumindest letzteres definitiv unzutreffend ist. 

Schock, als Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf betrachtet, benötigt daher therapeutisch in erster Linie eine Optimierung des Herzzeitvolumens (HZV) sowie des Sauerstoffgehalts des Blutes (vereinfacht ist CaO2 = SaO2 x Hämoglobin). Der arterielle Blutdruck kann, muss aber nicht das HZV in dieser Rechnung widerspiegeln. Dramatisch ausgedrückt, kann sich hinter einem normalen arteriellen Blutdruck eine hämodynamische Katastrophe verbergen. 

Es greift allerdings auch zu kurz zu behaupten, dass der Blutdruck für die Versorgung und Funktion von Organsystemen keine Rolle spielte. Der Perfusionsdruck steht mit dem Blutfluss in Beziehung (Fluss = [Part-Pven]/Gefäßwiderstand), der Fluss wird in vielen Organsystemen durch Autoregulation in einem bestimmten Bereich des Perfusionsdrucks konstant gehalten. Dieser Bereich unterliegt allerdings einer breiten interindividuellen Schwankung, die durch multiple physiologische und pathophysiologische Prozesse moduliert werden kann. 

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Tags: intensiv-news intensivmedizin blutdruck septischer schock vasopressortherapie 

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