INTENSIV-News
Der exertionale Hitzschlag (EHS) ist ein lebensbedrohliches Syndrom, das
durch eine ausgeprägte Hyperthermie (Körperkerntemperatur in der Regel
≥40 °C) und eine akute neurologische Dysfunktion infolge intensiver
körperlicher Belastung bei Versagen der physiologischen Thermoregulation
gekennzeichnet ist. Neben der zentralnervösen Symptomatik kann es im
Rahmen des EHS zu einer systemischen inflammatorischen Reaktion und
einem Multiorganversagen kommen (siehe auch Druml W; Intensiv-News
6/2025). Dabei reicht die hepatische Beteiligung von transienten
Transaminasenerhöhungen bis hin zu einem seltenen, jedoch potenziell
letalen akuten Leberversagen (acute liver failure, ALF).
Aktuelle
Übersichtsarbeiten zeigen, dass die Leber zu den besonders vulnerablen
Organen beim Hitzschlag zählt. Die Pathophysiologie der hepatischen
Schädigung ist multifaktoriell und umfasst direkte thermische
Zellschädigungen von Hepatozyten, eine systemische inflammatorische
Reaktion mit Zytokin-Freisetzung, Endotoxin-vermittelte Effekte
infolge einer hitzebedingten Störung der intestinalen Barriere sowie
mikrovaskuläre Perfusionsstörungen im Rahmen einer disseminierten
intravasalen Gerinnung. Diese Mechanismen führen zu einer Kombination
aus ischämischer Hypoxie, inflammatorischer Hepatozytenschädigung und
mikrothrombotischen Veränderungen der Lebermikrozirkulation und können
in seltenen Fällen in ein fulminantes akutes Leberversagen übergehen
(Dou J; Eur J Med Res 2026; 31:263).
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