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MARS bei akutem Leberversagen oder:

Über die Effektivität des französischen Transplantationssystems


Albumin dialysis with a noncell artificial liver support device in patients with acute liver failure: A randomized, controlled trial.

Saliba F, Camus C, Durand F, et al.                                                                                                                     Ann Intern Med 2013; 159:522-31


Das akute Leberversagen (ALF) ist eine seltene Erkrankung, beschäftigt jedoch in Anbetracht des dramatischen und lebensbedrohlichen Verlaufes schon seit langem die Medizin.

Als eines der schwersten, die Leber betreffenden Krankheitsbilder ist es durch eine beeinträchtigte hepatale Syntheseleistung und das Vorhandensein der hepatischen Enzephalopathie bei Patienten ohne vorbestehende chronische Lebererkrankung (mit wenigen Ausnahmen) und einer Krankheitsdauer von weniger als 12-26 Wochen definiert (Bernal W et al., N Engl J Med 369:2525, 2013). Tabelle 1 illustriert die diagnostischen Kriterien des akuten Leberversagens. Das ALF im engeren Sinn hat eine Inzidenz von weniger als 10 Fällen pro Million Personen in entwickelten Ländern und betrifft vordergründig Patienten im mittleren Lebensalter (Staufer K et al., Wien Klin Wochenschr Educ 7:59, 2012). Im Gegensatz dazu ist das sekundäre Leberversagen (i. e. schwerste Leberfunktionsstörung infolge eines anderen, zumeist kardiovaskulären Ereignisses) eine der häufigsten Leberfunktionsstörungen an der Intensivstation und betrifft vor allem Personen im fortgeschrittenen Lebensalter (Fuhrmann V et al., Intensive Care Med 37:1302, 2011). Gemeinsam ist beiden Formen des akuten Leberversagens eine hohe Mortalität und eine lediglich geringe wissenschaftliche Evidenz hinsichtlich der supportiven Betreuung. Dies liegt beim primären ALF vordergründig an der Seltenheit und der Heterogenität des Krankheitsbildes und beim sekundären ALF an der erst kürzlich entstandenen Bewusstseinsbildung des Krankheitsbildes und seiner unterschiedlichen zugrundeliegenden Ursachen. In den letzten Jahren konnte jedoch gerade beim primären ALF durch die akute Lebertransplantation und die sich immer weiter entwickelnden intensivmedizinischen Therapieoptionen ein deutlicher Anstieg des Überlebens beobachtet werden. Nichts­destotrotz versterben noch immer viele Patienten mit ALF, teilweise infolge der Knappheit an Spenderorganen oder wegen fehlender Transplantationsoptionen infolge individueller Kontraindikationen.

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Tags: gastro&hepa-news hepatologie leberversagen leberunterstützung mars 

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