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Diuretikum statt Dialyse?

Flüssigkeitsentzug in der De-Eskalationsphase des Schocks


European Society of Intensive Care Medicine Clinical Practice Guideline on fluid therapy in adult critically ill patients: Part 3-fluid removal at de-escalation phase.

Ostermann M, Alshamsi F, Artigas Raventos A, Cecconi M, Ichai C, Jones C, et al. 

Intensive Care Med 2025; 51:1749-1763

 

Von der Rettung zur Entwässerung

Eine intravenöse ­Flüssigkeitstherapie sollte so wie jedes andere Medikament aufgefasst werden – mit Dosis-­Wir­k­ungs-­Beziehung, therapeutischem ­Fenster und unerwünschten Arznei­mittel­wirkungen. In der akuten Schockphase kann eine rasche, zielgerichtete Volumengabe lebensrettend sein (Vincent JL; N Engl J Med 2013; 369:1726). Doch was initial nützt, kann anschließend zur Hypothek werden: Basis-Infusionen, Trägerlösungen für Medikamente, parenterale Ernährung und der sogenannte „fluid creep“, die unbeabsichtigte, langsame, aber kontinuierliche Akkumulation von Flüssigkeit, können sich sukzessive aufsummieren und so zu einer Hypervolämie führen, welche mit diversen Organdysfunktionen und ­erhöhter Mortalität assoziiert ist (Sakr Y; Crit Care Med 2017; 45:386). 

Die meisten Patienten scheiden den Volumenüberschuss in der Erholungsphase des Schocks spontan aus; problematisch kann es werden, wenn die Akkumula­tion der Flüssigkeit persistiert. Tendenziell erhalten kränkere Patienten größere Volumina und weisen ein höheres Sterberisiko auf (White KC; J Crit Care 2024; 82:154809). So ist eine höhere kumulative Volumenbilanz sowohl mit einer höheren Letalität (Sakr Y; Crit Care Med 2017; 45:386) als auch mit dem Auftreten eines akuten Nierenversagens (AKI) und dem Ausbleiben einer Erholung der Nierenfunktion nach AKI ­assoziiert (Zhang J; Crit Care 2019; 23:392). 

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Tags: intensiv-news intensivmedizin diuretikum akute schockphase de-eskalation der flüssigkeitstherapie rose-konzept 

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