INTENSIV-News
Consent in intensive care: The concurrence of patients‘ and families‘ viewpoints. A simulation study.
Boenisch O, Schirmer L, Zapf A, Lühmann D, Grein B, Bangert-Tobies K, et al.
Dtsch Arztebl Int 2026; 123:177-138
In der modernen Intensivmedizin stehen Behandlungsteams täglich vor komplexen ethischen und medizinischen Entscheidungen am Lebensende. Viele kritisch kranke Patienten können aufgrund von Analgosedierung, Delir, neurologischen Defiziten oder der Schwere ihrer Erkrankung keine eigenen Präferenzen zu lebenserhaltenden Maßnahmen äußern (Torke AM; JAMA Intern Med 2014; 174:370).
In solchen Fällen müssen Ärzte den mutmaßlichen Patientenwillen ermitteln, meist anhand von Patientenverfügungen und Auskünften von Zugehörigen oder gesetzlich bestellten Betreuern als Stellvertreter (Surrogate Decision Makers) (Shalowitz DI; Arch Intern Med 2006; 166:493, Torke AM; JAMA Intern Med 2014; 174:370).
Die Rolle der Zugehörigen ist jedoch mit erheblichen emotionalen und kognitiven Belastungen verbunden. Studien zeigen, dass diese Verantwortung oft zu langanhaltenden Angstzuständen, Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen führt (Bibas L; JAMA Netw Open 2019; 2:197229, White DB; Am J Crit Care 2011; 20:252). Zudem ist fraglich, wie genau Zugehörige den tatsächlichen Willen des Patienten in akuten Krisensituationen wiedergeben können.
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Tags: intensiv-news intensivmedizin lebenserhaltende maßnahmen patientenwillen zugehörigenvorhersage

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