INTENSIV-News
Nur in 4,7% der deutschen Krankenhäuser wird medizinisches Personal aller Abteilungen regelmäßig zur Erkennung und Behandlung der Sepsis geschult. In gut einem Drittel der Kliniken existiert ein standardisiertes Screening. In nicht einmal 40% gibt es standardisierte Behandlungspfade oder Sepsis-Bundles. Das sind keine historischen Daten; das sind Ergebnisse der European Sepsis Care Survey aus dem Jahr 2026 (Scheer C; Anaesthesiologie 2026; 75:333).
Mindestens 230.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Sepsis, mindestens 85.000 versterben daran (www.deutschland-erkennt-sepsis.de/wissen-und-informieren). Das Bild ist im gesamten deutschsprachigen Raum ähnlich: In der Schweiz weist der erste Swiss Sepsis Report 2025 jährlich rund 20.000 kodierte Sepsisfälle aus – knapp 4.000 PatientInnen sterben pro Jahr im Spital, 40% aller Fälle werden auf einer Intensivstation behandelt, die direkten Spitalkosten belaufen sich auf 1 Milliarde Franken jährlich (Swiss Sepsis Report 2025; BAG, Januar 2026).
In Österreich ist Sepsis für jeden fünften Todesfall mitverantwortlich und wird aufgrund lückenhafter Kodierung und eingeschränkter Meldepflicht noch systematisch unterschätzt (Schaden E; Anästhesie Nachrichten 2024; 6:192).
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