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EARLY-PN-Trial:

Antwort auf unsere Ernährungsfragen oder Verwirrung auf höherem Niveau?


Early parenteral nutrition in critically ill patients with short-term relative contraindications to early enteral nutrition: A randomized controlled trial.

Doig GS, Simpson F, Sweetman EA, et al.                                                                                                                     JAMA 2013; 309:2130-8

Northern Clinical School Intensive Care Research Unit, University of Sydney, Sydney, Australia.


Early parenteral nutrition in critically ill patients with short-term relative contraindications to early enteral nutrition: A full economic analysis of a multicenter randomized controlled trial based on US costs.

Doig GS, Simpson F; Early PN Trial Investigators Group                                                             Clinicoecon Outcomes Res 2013; 5:369-79

Northern Clinical School Intensive Care Research UnitUniversity of Sydney, Sydney, NSW, Australia.


Wohl in wenigen Bereichen der klinischen Medizin hat die Durchführung großer randomisiert-kontrollierter multizentrischer Studien, also dem „Gold-Standard“ der derzeitigen Wissenschaftsideologie, in einem solchen Ausmaß zur Unsicherheit, um nicht zu sagen Verwirrung beigetragen wie in der künstlichen Ernährung des Intensivpatienten. Paradoxerweise haben diese Studien dazu beigetragen, dass die klinische Ernährung von Intensivpatienten mehr denn je eher Eminence-basiert als Evidence-basiert vorgenommen wird (oder besser: werden muss). Auch die kürzlich verkündeten „Wahrheiten“ der Ernährungstherapie kritisch Kranker sind wohl als Expertenmeinung zu verstehen (Singer P; Intensive Care Med 2014; 40:252).

Bedauerlicherweise vermengen alle Ernährungsstudien – und dies ist methodisch anders kaum möglich – verschiedene Fragestellungen: Den Ernährungsbeginn, die unterschiedlichen Zufuhrwege (enteral/parenteral), die Geschwindigkeit des Ernährungsaufbaus, das anzustrebende Ernährungsziel (Energie/Protein) und auch die Zusammensetzung der Ernährung bzw. spezielle Zusätze. Zu keiner dieser Fragen kann aus der bislang vorliegenden Datenbasis eine fundierte, auf „harten“ Daten gestützte Aussage gemacht werden.

Eine der umstrittenen Fragen der letzten Jahre war das Problem, ob eine par­enterale Ernährung (PE) per se bzw. eine frühe PE ungünstige Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf bzw. die Prognose ausübt. Neben verschiedenen Observationsstudien hat insbesondere die „Early Parenteral Nutrition in Intensive Care“ = EPaNIC-Studie diese Diskussion stimuliert (Casaer MP; N Engl J Med 2011; 365:506).

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Tags: intensiv-news ernährung enteral parenteral early-pn 

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