02. Mai 2024
Bei der Prävention eines Herpes zoster (HZ) lässt sich ein neuer Meilenstein verzeichnen: Die Langzeit-Follow-up-Studie ZOSTER-049 zeigt die langanhaltend hohe Wirksamkeit und Sicherheit des adjuvantierten Totimpfstoffs über 11 Jahre hinweg. Herpes zoster stellt aufgrund der im Alter eintretenden Immunoseneszenz ein erhebliches Risiko für ältere Menschen dar. Die Daten dieser Studie sind daher ein bemerkenswerter Fortschritt für das Verständnis der Langzeitwirksamkeit der Impfung.
Langzeitstudie untersucht Wirksamkeit der Impfung – mit überzeugendem Ergebnis
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Impfstoff über mehr als ein Jahrzehnt einen langanhaltenden und hochwirksamen Schutz gegen Herpes zoster bietet. Sowohl bei Erwachsenen ab 50 Jahren (Gesamtwirksamkeit von 87,7 %) als auch bei Erwachsenen ab 70 Jahren (Gesamtwirksamkeit von 84,3 %) war die Impfstoffwirksamkeit hoch (Tab. 1). Die Wirksamkeit blieb jedes Jahr nach der Erstimpfung hoch und betrug im letzten Jahr der Studie sogar 82,0 % (Abb. 1). Darüber hinaus wurden während der gesamten Nachbeobachtungszeit der Studie keine Sicherheitsbedenken festgestellt.
Die ZOSTER-049-Studie ist eine offene Phase-III-Langzeit-Follow-up-Studie, die auf den Ergebnissen der zulassungsrelevanten, randomisierten klinischen Phase-III-Studien ZOE-50- und ZOE-70 aufbaut. Sie untersuchte die Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs bei Erwachsenen, die zum Zeitpunkt der Impfung im Rahmen der der ZOE-50- und ZOE-70-Studien 50 Jahre und älter waren, über einen Zeitraum von 11 Jahren (Abb. 2). Insgesamt nahmen über 7.000 Teilnehmer aus 18 Ländern auf fünf Kontinenten an der Studie teil.
Im Zeitraum vom sechsten bis zum 11. Jahr nach der Impfung (primärer Endpunkt der ZOSTER-049-Studie) lag die Impfstoffwirksamkeit bei 79,7 % in der gesamten Altersgruppe aller Erwachsenen ≥50 Jahren. In der älteren Gruppe der Erwachsenen ≥70 Jahren betrug die Impfstoffwirksamkeit 73,1 %. (Tab. 1). Obwohl sie tendenziell niedriger war als bei den Teilnehmenden zwischen 50 und 69 Jahren, blieb die Wirksamkeit bei den Personen ab 70 Jahren hoch.
Die positiven Ergebnisse der ZOSTER-049-Studie zeigen, dass die Impfung gegen Herpes zoster mindestens 11 Jahre lang einen hochwirksamen Schutz vor Schmerzen, den schwächenden Auswirkungen und den potenziell schweren Komplikationen der Erkrankung bietet. „Dies ist ein bedeutender Meilenstein im Kampf gegen Herpes zoster. Die Impfung muss entsprechend den Empfehlungen der STIKO umgesetzt und älteren Menschen und Risikogruppen unbedingt empfohlen werden, um sie vor den Folgen dieser Erkrankung zu schützen“, betont Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Leiter eines deutschen Studienzentrums und Chefarzt der Labormedizin im Klinikum Würzburg Mitte, Standort Juliusspital.
Risikogruppen vor Herpes zoster schützen
Die HZ-Impfung zählt neben dem Schutz vor Influenza, Pneumokokken, Pertussis und COVID-19 zu den wichtigsten Standardimpfungen für Ältere. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, alle Personen ab 60 Jahren zweimalig mit dem HZ-Totimpfstoff im Abstand von mindesten zwei bis maximal sechs Monaten zu impfen.2 „Liegen chronische Grunderkrankungen vor, wie etwa Asthma oder Diabetes mellitus, gilt die STIKO-Empfehlung bereits ab 50 Jahren – leider wird diese oft nicht umgesetzt, hier ist noch Luft nach oben“, stellt Schwarz kritisch fest. „Hausärztinnen und Hausärzte sollten hier aktiv werden: Ein Impfpass-Check bei allen Personen im entsprechenden Alter oder mit Grunderkrankungen sowie eine gute Impfberatung helfen mit, Risikogruppen vor Herpes zoster und den schmerzhaften Folgen zu schützen.“
Der adjuvantierte Totimpfstoff wurde gezielt dafür entwickelt, gerade bei älteren und immunsupprimierten Risikogruppen einen guten und langanhaltenden Schutz vor HZ und dessen Folgen herbeizuführen. Die Ergebnisse der Studie ZOSTER-049 liefern nun Gewissheit über den Erfolg. „Unser Adjuvanssystem verstärkt die Immunantwort älterer Menschen auf ein ähnliches Niveau wie bei jungen Erwachsenen. Diese einzigartige Antigen-Adjuvans-Kombinationssystem hat dazu beigetragen, die außergewöhnliche Wirksamkeit des Totimpfstoffs zu erreichen und die Sicherheit und Wirksamkeit bei der Prävention von Herpes zoster zu demonstrieren“, unterstreicht Dr. Johannes Hain, Senior Medical Advisor bei GSK, die Bedeutung der Langzeitstudienergebnisse.
Das Risiko für eine HZ-Erkrankung ist allgegenwärtig: Nach der Erstinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (Windpocken) verbleibt das Virus im Körper und führt bei Reaktivierung zu einem Herpes zoster – in Deutschland sind über 95 % der Personen ab 60 Jahren gefährdet.3 Mit dem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf sowie für Folgeerscheinungen wie der Post-Zoster-Neuralgie (PZN). Insbesondere die Altersgruppe Ü50 hat aufgrund eintretender Immunoseneszenz ein erhöhtes Risiko für eine HZ-Erkrankung sowie für einen schweren Krankheitsverlauf und schmerzhafte Komplikationen wie PZN. GSK bleibt weiterhin engagiert, innovative Lösungen zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten zu entwickeln, um das Leben der Menschen weltweit positiv zu beeinflussen.
Referenzen
1 Strezova
A, et al. 2024; Adjuvanted recombinant zoster vaccine (RZV) is the first
vaccine to provide durable protection against herpes zoster (HZ) in all age
ranges ≥50 years: final analysis of efficacy and safety after 11 years (Y) of
follow-up. Abstract presented at European Congress of Clinical Microbiology and
Infectious Diseases (ECCMID); 27–30 April 2024, Barcelona, Spain.
2 Epid
Bull 50/2018
3 Wutzler et al. 2001; Vaccine 20: 121-124.
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