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Presseinformation Baxter Deutschland GmbH

12. Juni 2024

 

32. ERFURTER DIALYSEFACHTAGUNG:

PD IM ZENTRUM – ZUKUNFTSFÄHIGE PERSPEKTIVE DER NIERENERSATZTHERAPIE

Unterschleißheim, 11. Juni 2024 – Das Nierenersatzverfahren der Hämodialyse (HD) im Zentrum ist die Behandlung der Wahl für über 90 Prozent der dialysepflichtigen Patient:innen in Deutschland; das Heimverfahren der Peritonealdialyse (PD) stellt nach wie vor eine Randerscheinung dar.1 Dabei gilt die PD nicht nur als medizinisch gleichwertig zur HD, sondern kann auch mit einer erhöhten Therapiezufriedenheit und Lebensqualität einhergehen.2.3 Eine Möglichkeit, um Patient:innen individuell und bedarfsgerecht zu behandeln, die Zentren zu entlasten und den Weg zur Heimdialyse zu ebnen, könnte die (automatisierte) PD im Zentrum darstellen. Im Rahmen eines Symposiums der Baxter Deutschland GmbH auf der 32. Erfurter Dialysefachtagung diskutierten die Referent:innen, wie das Konzept realisiert werden kann und welcher Stellenwert diesem in einer zukunftsfähigen Patient:innenversorgung zukommt.

„Bei dem Thema Dialyse geht es heutzutage um viel mehr als um eine reine Nierenersatztherapie. Der Aspekt der Lebensqualität rückt im Sinne einer patient:innenzentrierten Behandlungsweise immer mehr in den Fokus“, beschrieb Gabriele Hackenberg, Nephrologicum und Cardiologicum Allgäu MVZ, den Anspruch an eine zeitgemäße Behandlung. Gleichzeitig wird das Standardverfahren der HD in Zentren durchgeführt, die aufgrund von Personalmangel, steigenden Kosten und Ressourcenknappheit vor zunehmende Herausforderungen gestellt werden.4 Anhand eines Patient:innenfalls verdeutlichte Hackenberg, inwiefern ein strukturiertes PD-Programm im Zentrum unter diesen Voraussetzungen einen Mehrwert bieten kann.

Patient:innenzentrierte Versorgung für einen nachhaltigen Behandlungserfolg
Eine 28-jährige Patientin war an einer nicht genetischen und bioptisch gesicherten FSGS (fokale und segmentale Glomerulosklerose) mit schwerer Proteinurie erkrankt. Zahlreiche vorangegangene Therapien hatten kaum bzw. keine dauerhafte Wirkung gezeigt und zum Teil schwere Komplikationen hervorgerufen. Nach einer Behandlungspause kam es zur Terminalisierung ihrer chronischen Nierenerkrankung und der Patientin wurde in einem universitären Maximalversorgungszentrum ein PD-Katheter angelegt. Kurz danach wurde sie als Akutfall im MVZ vorstellig und in der Folgezeit engmaschig von Hackenberg und ihrem Team betreut: „Die Patientin musste einerseits unmittelbar aufgefangen und versorgt werden; parallel dazu wurde sie schrittweise an die PD herangeführt.“ Möglich war das auf sie zugeschnittene Programm aus Behandlung und Schulung durch für diesen Zweck vorgesehene, feste Plätze im Zentrum.

Dass diese Rahmenbedingungen keine Selbstverständlichkeit darstellen, bestätigte Hendrik Witsch, ebenfalls Nephrologicum und Cardiologicum Allgäu MVZ. Ausschlaggebend für die Implementierung des Konzepts, damals noch an anderer Wirkungsstätte, war für ihn die steigende Zahl älterer Patient:innen, die dreimal wöchentlich Krankentransport und HD auf sich nehmen mussten, weil andererseits die Kapazitäten für eine reine Heim-PD fehlten. Es wurden also Möglichkeiten geschaffen, die eine PD im Zentrum erlaubten – je nach Bedarf als intermittierende Behandlung oder kurzfristig und situativ. Heute betreut das Allgäu MVZ 200 Dialysepatient:innen, darunter um die 30 Personen mit PD. „Insbesondere gebrechliche Patient:innen können davon profitieren, wenn sie den Komfort ihres eigenen Heims erleben und trotzdem jederzeit die Versorgung im Zentrum in Anspruch nehmen können“, schilderte Witsch.

PD im Zentrum und der Weg zur Heimdialyse

„Der PD-Platz im Zentrum bietet die Möglichkeit, das Interesse für das Verfahren zu wecken, Hemmungen abzubauen und das Personal zu schulen“, erläuterte Hackenberg die Devise, das Verfahren im Zentrum zu verankern und sichtbar zu machen. Die Vielseitigkeit des Therapiekonzeptes untermauerten die Referent:innen anschließend anhand weiterer Patient:innenfälle. Die PD im Zentrum kann einerseits zur akuten Versorgung, etwa bei einem abrupten Therapiestart, medizinischen Problemen oder einem Ausfall der Assistenz durchgeführt werden. Andererseits kann über das Verfahren gezielt der Weg zur Heimdialyse geebnet werden; ein Prozess, der von jedem Zentrum auf die eigenen Gegebenheiten angepasst entwickelt wird. Demnach könne beispielsweise nach der stationären Aufnahme und Operation bereits innerhalb der ersten Woche mit dem Training begonnen werden. Sobald die Patient:innen mobil genug sind, können sie auf einem PD-Platz im Zentrum mit gleichzeitiger Schulung der Assistenzen (z. B. Ehepartner, Kinder, weitere Angehörige) verlagert werden. „Unser Ziel ist es, im Rahmen eines Shared Decision Making zusammen mit Patient:innen und Angehörigen ein Nierenersatzverfahren zu finden, mit dem bei bestmöglicher Lebensqualität Symptome und Behandlungslast minimiert werden“, fasste Hackenberg abschließend zusammen.

Digitale Unterstützung im Therapiemanagement
Einen weiteren Pfeiler in einer zeitgemäßen und zukunftsfähigen Nierenersatztherapie können digitale Anwendungen darstellen. Dazu zählen die mobile App MyPD für APD- und CAPDa- Patient:innen sowie das klinische Portal ShareSource für ein Remote Patient Monitoring (RPM) von Baxter. Dabei können die Patient:innen ihre Vitaldaten eingeben, abrufen und damit selbst einen Überblick über ihre Behandlung behalten. Gleichzeitig können sie mit ihrem Behandlungsteam in Kontakt bleiben und die Daten mit diesem teilen. Für die Zentren bedeutet das Konzept eine gesteigerte Effizienz, da die Daten über die ShareSource-Plattform sicher verwaltet und gespeichert werden.5,6 Dies kann wiederum schnellere, datengestützte Behandlungsentscheidungen erleichtern und die Therapiequalität verbessern.7-9 Durch die gesteigerte Eigenverantwortung der Patient:innen zusammen mit kurzen Wegen zu den Behandlungsteams können die Vorteile des RPM zum Tragen kommen – für die MyPD-App konnte in diesem Zusammenhang eine verlängerte Time-on-Therapy und eine um 55 % geringere Abbruchrate der Behandlung gezeigt werden.10,11

a CAPD: kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (continuous ambulatory peritoneal dialysis)

Literatur
1. Gemeinsamer Bundesausschuss. Jahresbericht 2019 zur Qualität der Dialyse. Im Internet: www.g-ba.de; Stand: Mai 2024
2. Ohnhäuser T et al. Nephrologe. 2019;14:389–392
3. Chuasuwan A et al. Health Qual Life Outcomes. 2020;18:191
4. Verband Deutsche Nierenzentren (DN) ev. V. Berufsverband & Netzwerk der ambulanten Nephrologie. Jahresbericht 2023. Im Internet: www.dnev.de; Stand: 16.05.2024
5. Wood E et al. J Kidney Care. 2019; 4(1):16-24
6. Chaudhuri S et al. Kidney360. 2020; 1(3):191-202
7. Walker RC et al. Perit Dial Int. 2020; 40:540-547
8. Milan Manani S et al. Nephron. 2019;142(1):1-9.
9. Wallace EL et al. Kidney Int Rep. 2017; 2(6):1009-1017 10. Sanabria M et al. Int J Nephrol. 2022; 2022:8646775 11. Corzo L et al. Perit Dial Int. 2020; 42(3):288-296

Quelle: „Gut gerüstet für die Zukunft – Bedeutung des APD Behandlungsplatzes im Zentrum“, Vorträge der Baxter Deutschland GmbH im Rahmen der 32. Erfurter Dialysefachtagung, 2./3. Mai 2024

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