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Presseinformation Amgen GmbH

16. Dezember 2021

 

Evolocumab (Repatha®) jetzt auch für Kinder ab 10 Jahren mit familiärer Hypercholesterinämie zugelassen

Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der Phase-III-Studie HAUSER, die eine signifikante LDL-C-Senkung zeigte

München (15. Dezember 2021) – Die Europäische Kommission hat am 26. November 2021 die Zulassungserweiterung von Evolocumab (Repatha®) zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 Jahren und älter mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie sowie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 Jahren und älter mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie genehmigt. Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der randomisierten klinischen Phase-IIIb-Studie HAUSER, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Evolocumab in dieser Patientenpopulation belegt hat.1

Die heterozygote familiäre Hypercholesterinämie (HeFH) betrifft etwa einen von 250 Menschen weltweit.2 Die von Geburt an bestehenden hohen Spiegel von Low Density Lipoprotein Cholesterol (LDL-C) beschleunigen die Entwicklung von atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen. Bereits in jungen Jahren haben Betroffene ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie z. B. Myokardinfarkt und andere Gefäßerkrankungen.2 Kinder mit familiärer Hypercholesterinämie (FH) können normalgewichtig sein, sich gesund ernähren und ausreichend bewegen und dennoch hohe LDL-C-Werte aufweisen.3,4

Evolocumab: Wirksam und sicher bei Kindern und Jugendlichen

Die Zulassungserweiterung basiert auf der Phase-IIIb-Studie HAUSER, in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Evolocumab bei pädiatrischen Patienten (Alter: 10 bis 17 Jahre) mit HeFH untersucht wurden. Die monatliche Behandlung reduzierte das LCL-C im Mittel um 38 % (95%-Konfidenzintervall [KI] 45–31 %; p < 0,0001) von Baseline im Vergleich zu Placebo. Damit erreichte die Studie ihren primären Endpunkt. Die LDL-C-Senkung zeigte sich bereits beim ersten Kontrolltermin nach zwölf Wochen und war konsistent über den gesamten Behandlungszeitraum hinweg nachweisbar. Bei den mit Evolocumab behandelten Patienten verbesserten sich auch sekundäre Lipidparameter im Vergleich zu Baseline gegenüber Placebo. Nach 24 Wochen hatten unter anderem Non-HDL-C (non-High-Density Lipoprotein Cholesterol) um 35 % (KI 42–28 %), Gesamtcholesterin um 27 % (KI 32–21 %) und nach 24,5 Wochen Apolipoprotein B um 32 % (KI 39–26 %) abgenommen. Dabei zeigten sich keine neuen Sicherheitssignale. Die häufigsten therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse (> 5 % der mit Evolocumab behandelten Patienten und häufiger als in der Placebogruppe) umfassten Nasopharyngitis, Kopfschmerzen, Schmerzen im Oropharynxbereich, Influenza und obere Atemwegsinfekte.1

„Mit der Zulassungserweiterung von Evolocumab für pädiatrische Patienten mit FH haben wir nun eine dringend benötigte Behandlungsoption für Kinder mit genetisch bedingten hohen LDL-C-Spiegeln, bei denen andere Lipidsenker allein nicht ausreichen, um das LDL-C zu senken“, betonte Dr. Stefan Kropff, Medizinischer Direktor der Amgen GmbH, München. „Dieser Meilenstein unterstreicht erneut das Sicherheitsprofil von Evolocumab und steht im Einklang mit Amgens Engagement, den noch immer erheblichen, ungedeckten medizinischen Bedarf von Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko zu adressieren.“

Über das HAUSER-Studiendesign

Die HAUSER-Studie ist eine multizentrische, randomisierte (2:1), doppelblinde, placebokontrollierte Studie der Phase IIIb. Untersucht wurden die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit monatlicher subkutaner Injektionen von Evolocumab 420 mg über 24 Wochen (n = 104) versus Placebo (n = 53) bei Patienten im Alter von 10 bis 17 Jahren mit HeFH. Die Randomisierung erfolgte zum Zeitpunkt des Screenings stratifiziert nach LDL-C (< 4,1 versus ≥ 4,1 mmol/l) und Alter (< 14 versus ≥ 14 Jahre). Die Patienten mussten eine fettarme Ernährung eingehalten und eine optimierte lipidsenkende Behandlung erhalten haben (optimierte Statintherapie, keine Hochtitrierung erforderlich). Der primäre Endpunkt war die prozentuale Veränderung des LDL-C gegenüber Baseline in Woche 24; sekundäre Endpunkte umfassten die mittlere prozentuale LDL-C-Änderung von Baseline in den Wochen 22 und 24, die LDL-C-Veränderung von Baseline bis Woche 24, prozentuale Veränderungen von Baseline bis Woche 24 in non-HDL-C und ApoB sowie das Gesamtcholesterin/HDL-C- und ApoB/Apolipoprotein-A1-(ApoA1-)Verhältnis. Zusätzliche Sicherheitsuntersuchungen umfassten die Tanner-Klassifikation, Hormonspiegelbestimmungen, die Karotis-Intima-Media-Dicke sowie computerbasierte Messungen.1

Über Repatha® (Evolocumab)

Repatha® ist ein vollhumaner monoklonaler Antikörper, der die Proproteinkonvertase Subtilisin/Kexin Typ 9 (PCSK9) hemmt.5 PCSK9 ist ein Protein, das an den LDL-Rezeptor bindet und zu dessen Abbau führt. Dadurch reduziert es die Fähigkeit der Leber, das LDL-C, auch „schlechtes“ Cholesterin genannt, aus dem Blut zu entfernen.6 Repatha® wurde von Wissenschaftlern bei Amgen entwickelt und so konzipiert, dass es an PCSK9 bindet und es daran hindert, an die LDL-Rezeptoren auf der Leberzelloberfläche zu binden. In Abwesenheit von PCSK9 befinden sich mehr LDL-Rezeptoren auf der Leberzelloberfläche, über die das LDL-C aus dem Blut extrahiert werden kann.6

Repatha® ist bereits in über 70 Ländern wie z. B. allen in 27 EU-Mitgliedsstaaten, in Norwegen, Island, Liechtenstein, USA, Japan, Kanada, Australien und Kuwait zugelassen. Zulassungen in anderen Ländern stehen bevor.

Über das Engagement von Amgen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Amgen hat mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung von biotechnologischen Arzneimitteln für Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen. Amgen fühlt sich verpflichtet, wichtige wissenschaftliche Fragen anzugehen, um die Versorgung und das Leben von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern. Diese stellen die häufigste Todesursache weltweit dar. Auf Basis eigener Forschungsarbeiten sowie durch Entwicklungsprogramme und innovative Partnerschaften hat Amgen eine aussichtsreiche kardiovaskuläre Produkt-Pipeline mit mehreren in Entwicklung befindlichen Molekülen aufgebaut. Die daraus wachsenden Kompetenzen nutzt Amgen, um schwerwiegende, bislang nicht ausreichend therapierbare Erkrankungen wie erhöhtes Cholesterin und Herzinsuffizienz besser behandeln zu können.

Über Amgen

Amgen ist ein global führendes unabhängiges Biotechnologie-Unternehmen, das mit etwa 24.000 Mitarbeitenden in fast 100 Ländern seit über 40 Jahren vertreten ist. In Deutschland arbeiten wir an zwei Standorten mit rund 850 Mitarbeitenden jeden Tag daran, Patient:innen zu helfen. Weltweit profitieren jährlich Millionen von Menschen mit schweren oder seltenen Erkrankungen von unseren Therapien. Unsere Arzneimittel werden in der Nephrologie, Kardiologie, Hämatologie, Onkologie, Knochengesundheit und bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. Neben Originalpräparaten beinhaltet unser Portfolio auch Biosimilars. Wir verfügen über eine vielfältige Pipeline. www.amgen.de
Referenzen
1. Santos RD et al. N Engl J Med 2020; 383: 1317–27.
2. The FH Foundation. Heterozygous vs Homozygous FH. https://thefhfoundation.org/heterozygous-vs-homozygous-fh. Letzter Zugriff: Dezember 2021.
3. McGowan MP et al. J Am Heart Assoc 2019; 8: e013225.
4. The FH Foundation. Children with FH. https://thefhfoundation.org/familial-hypercholesterolemia/children-with-fh. Letzter Zugriff: Dezember 2021.
5. Fachinformation Repatha® nach aktuellem Stand.
6. Abifadel M et al. Nat Genet 2003; 34: 154–156.

Kurzinformation:
Repatha® 140 mg Injektionslösung im Fertigpen. Repatha® 420 mg Injektionslösung in einer Patrone. Wirkstoff: Evolocumab. Zusammensetzung: Arzneilich wirksamer Bestandteil: Jeder Fertigpen enthält 140 mg Evolocumab in 1 ml Lösung. Jede Patrone enthält 420 mg Evolocumab in 3,5 ml Lösung (120 mg/ml). Repatha® ist ein humaner monoklonaler IgG2-Antikörper, der in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters (CHO) mittels rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird. Sonstige Bestandteile: Prolin, Essigsäure 99 %, Polysorbat 80, Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung), Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie und gemischte Dyslipidämie: Repatha® wird bei Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie und bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 Jahren und älter mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie zusätzlich zu diätetischer Therapie angewendet in Kombination mit einem Statin oder einem Statin mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten, die mit der maximal tolerierbaren Statin-Dosis die LDL-C-Ziele nicht erreichen, oder allein oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten mit Statin-Intoleranz oder für welche ein Statin kontraindiziert ist. Homozygote familiäre Hypercholesterinämie: Repatha® wird bei Erwachsenen und bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 Jahren und älter mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien angewendet. Bekannte atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung: Repatha® wird bei Erwachsenen mit bekannter atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (Myokardinfarkt, Schlaganfall oder periphere arterielle Verschlusskrankheit) zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos durch Verringerung der LDL-C-Werte zusätzlich zur Korrektur anderer Risikofaktoren angewendet: in Kombination mit einer maximal tolerierbaren Statin-Dosis mit oder ohne andere lipidsenkende Therapien, oder allein oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten mit Statin-Intoleranz oder für welche ein Statin kontraindiziert ist. Zu Studienergebnissen bezüglich der Wirksamkeit auf LDL-C, kardiovaskuläre Ereignisse und die untersuchten Populationen siehe Fachinformation. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Häufig: Influenza, Nasopharyngitis, Infektion der oberen Atemwege, Überempfindlichkeit, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Übelkeit, Rückenschmerzen, Arthralgie, Myalgie, Reaktionen an der Injektionsstelle. Gelegentlich: Urtikaria, grippeähnliche Erkrankung. Selten: Angioödem. Weitere Angaben: s. Fach- und Gebrauchsinformation. Verschreibungspflichtig. Stand der Information: November 2021. AMGEN Europe B.V., 4817 ZK Breda, Niederlande (örtlicher Vertreter Deutschland: AMGEN GmbH, 80992 München).

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