29. Jänner 2024
Kakihana Y. et al.; Lancet Respir Med. March 31, 2020
DOI: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(20)30037-0
In dieser prospektiven, multizentrischen, offenen und kontrollierten Studie wurden 151 Patienten randomisiert eingeschlossen, die zwischen 2018 und 2019 in 54 verschiedenen Krankenhäusern in Japan aufgenommen wurden.
Die Patienten waren 20 Jahre oder älter, hatten eine Sepsis gemäß der 3. internationalen Konsensdefinition für Sepsis und septischen Schock diagnostiziert bekommen und entweder eine Sinustachykardie, Vorhofflimmern oder Vorhofflattern ohne Änderung der Katecholamin-Dosis entwickelt.
75 Patienten wurden der Standardtherapie- und 76 der Behandlungsgruppe zugeteilt. Die letztere erhielt zusätzlich zur Standardtherapie eine Landiololhydrochlorid-Infusion mit 1 μg/kg pro Minute innerhalb von 2 Stunden nach Randomisierung mit der Option, die Dosis entsprechend dem Studienprotokoll auf bis zu 20 μg/kg pro Minute zu erhöhen. Weitere ß-Blocker, Klasse-IV-Antiarrhythmika und Digi- talis waren in beiden Gruppen bis 96 Stunden nach Randomisierung nicht erlaubt.
Im Vergleich zur Standardgruppe fand sich in der Landiolol-Gruppe ein signifikant größerer Anteil an Patienten, die 24 Stunden nach Randomisierung die Zielherzfrequenz (60-94 BPM) als primäres Studienziel erreichten (55% gg. 33%, p=0,0031) (Abbildung 1). Diese Wirkung blieb bis Ende des 96-stündigen Behandlungszeitraums bei 42% der Patienten in der Landiolol-Gruppe gegenüber 21% der Kontroll-Gruppe erhalten (p=0,015). Der Blutdruck blieb in beiden Behandlungsgruppen über 96 Stunden stabil (Abbildung 2).
Als sekundäre Zielparameter fanden sich signifikant weniger neu aufgetretene Arrhythmien über 168 Stunden nach Randomisierung in der Landiolol-Gruppe (9% gg. 25%) (Abbildung 3), die Reduktion der 28-Tages-Mortalität zeigte sich mit 12% gg. 20% (Abbildung 4).
Nebenwirkungen traten in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar häufig
auf*. Insgesamt zeigte sich die Therapie mit Landiolol, auch in allen
Subgruppen, gut verträglich.
Fazit: Diese Studie stellt die erste randomisierte kontrollierte Studie dar, in der Landiolol zur Therapie von Sepsisbedingten Tachyarrhythmien untersucht wurde. Sie zeigt deutliche Vorteile der zusätzlichen Landiolol-Gabe zur Standardtherapie für unterschiedliche patientenrelevante Kriterien bei, gegenüber der Kontrollgruppe, vergleichbarem Nebenwirkungsprofil.
*mit Ausnahme der Hypotonie (4% gg. 0%)
Fachkurzinformation
Weitere Informationen:
Dr.med. Hugo Leodolter
Head of Medical Affairs Austria
AOP Orphan Pharmaceuticals GmbH
hgldltrp-hlthcmaop-health.com

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