NEPHRO-News
T-cell engager-mediated HLA antibody depletion before kidney transplantation.
Schatzl M, Mayer KA, Agis H, Haindl S, Kriks D, Fischer G, Exner M, Hönger G,
Georg A Böhmig et al.
N Engl J Med 2026; 395:511-513
Eine breite humorale Sensibilisierung gegen HLA-Fremdantigene, oft ausgelöst durch Schwangerschaften oder Vortransplantationen, bleibt eine der schwierigsten Barrieren in der Nierentransplantation (Reuter S; Front Immunol 2026; 17:1868642). Präformierte Antikörper sind mit einem erhöhten immunologischen Risiko für Abstoßung und Transplantatverlust assoziiert und führen bei niedriger Frequenz potenzieller Spender zu langen Wartezeiten. Tatsächlich können solche Patienten, manche sogar mit berechneten Panel-Reaktivitäten (calculated panel reactive antibody; cPRA) von bis zu 100%, trotz prioritärer Allokation, z. B. im Rahmen des Eurotransplant-Acceptable-Mismatch-Programms, viele Jahre ohne kompatibles Organangebot bleiben (Heidt S; Am J Transplant 2019; 19:2926).
Klassische Desensibilisierungsverfahren wie Apherese, das IgG-schneidende Enzym Imlifidase, intravenöses Immunglobulin und/oder Anti-CD20- oder anti-CD38-Therapien reduzieren transient zirkulierende Antikörper und/oder bestimmte B-Zell- und Plasmazellpopulationen, beseitigen jedoch langlebige Plasmazellen und das humorale Gedächtnis nicht oder nur unvollständig (Schwaiger M; Nephrol Dial Transplant 2016; 1342:1351, Jordan SC; N Engl J Med 2017; 377:442, Torija A; Am J Transplant 2025; 25:88, Vo A; Kidney360 2024; 5:1207). Für extreme Risikokonstellationen sind solche Therapien somit häufig nicht ausreichend.
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Tags: nephro-news nephrologie nierentransplantation hla-desensibilisierung

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