INTENSIV-News
Die hypotone Hyponatriämie ist die häufigste Elektrolytstörung im klinischen Alltag und betrifft bis zu 30% der Hospitalisierten (Burst V; Front Horm Res 2019; 52:24). Bei selbstständig lebenden Europäern ≥75 Jahre liegt die Prävalenz bei 3,5% (Potasso L; Eur J Endocrinol 2026; 194:567).
Der klinische Nutzen einer Korrektur der Hyponatriämie wird kontrovers diskutiert. Eine aktuelle RCT zeigte bei hospitalisierten PatientInnen keinen Vorteil einer intensivierten Behandlung hinsichtlich Mortalität oder Wiederaufnahme innerhalb eines Monats (Refardt J; NEJM Evid 2026; 5:EVIDoa2500086). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Hyponatriämie klinisch bedeutungslos ist: Sie ist mit Stürzen, Aufmerksamkeitsdefiziten, Frakturen, Osteoporose, kognitiven Einschränkungen und zunehmender Frailty assoziiert (Monnerat S; Nat Rev Endocrinol 2025; 21:564). Einige dieser Veränderungen können sich nach Korrektur der Hyponatriämie bessern (Renneboog B; Am J Med 2006; 119:71.e1, Potasso L; Eur J Endocrinol 2025; 193:651). Die Notwendigkeit einer Behandlung bleibt daher bestehen (Kumachev A; NEJM Evid 2026; 5:EVIDe2600002).
Die häufigste Ursache einer hypotonen Hyponatriämie ist das Syndrom der inadäquaten Antidiurese (SIAD) (Tzoulis P; Ther Adv Endocrinol Metab 2023; 14:20420188231173327). Die Erstlinientherapie besteht aus Trinkrestriktion; bei unzureichendem Ansprechen kommen Strategien zur Steigerung der osmotischen Diurese zum Einsatz (Müller; J Intern Med 2026; e-pub).
Melden Sie sich an um weiter zu lesen ...
Tags: intensiv-news intensivmedizin vaptane hyponatriämie intensivstation

Wir wollen Fachärzte und Pfleger topaktuell und wissenschaftlich fundiert über Studien, fachspezifische Entwicklungen und deren praktische Umsetzung informieren, um sie in ihrer Arbeit und Fortbildung zu unterstützen.
Wählen Sie dazu bitte Ihr Land aus.